Wie gehen wir mit Impfungen und Entwurmungen um?

Vida ist nun seit ein paar Wochen bei uns eingezogen und sie macht sich prächtig! Sie wird immer frecher und ärgert Bliss liebend gerne. Bliss lässt aber auch viel mit sich machen, das hätte ich anfangs nicht gedacht. Aber gut, jetzt stehen nach der ersten Eingewöhnung die unangenehmeren Dinge im Raum. Impfung und Entwurmung.

Die Wurmkur

Wer mir schon länger folgt weiß, dass ich Bliss bisher noch NIE eine Wurmkur gegeben habe und auch nicht musste. Zum Thema Wurmkur habe ich die Meinung, wie die Packungsbeilage auch :-), erst testen, wenn ein Befall vorliegt bekommt Bliss eine Wurmkur, wenn kein Befund vorliegt, gibt es auch keinen Grund ihr eine zu geben.

Der Zeitraum der Untersuchungen
So werden wir das auch bei Vida handhaben. Sie wohnt jetzt seit 3 Wochen bei uns. Vor circa 5 Wochen wurden die Welpen alle untersucht und waren alle Wurmfrei. Bei Welpen hält man einen kürzeren Zeitraum der Untersuchungen ein, als bei den erwachsenen Hunden. Bliss wird beispielsweise alle 3 Monate untersucht. Vida am Anfang alle 4-5 Wochen.

Die Häufigkeit liegt einfach daran, dass der Hund in eine komplett neue Umgebung kommt und auch viel vom Boden aufleckt und auffrisst. Dies lässt ja mit der Zeit nach und somit ist ein Befall auch weniger Wahrscheinlich.

Risiko eines Wumbefalls
Das Bliss  noch nie ein Befall hatte ist natürlich nicht auf alle Hunde zu legen. Bliss frisst kein Aas, kein Kot von anderen Hunde, schleckt in keinen Pfützen, ist nicht sehr häufig mit fremden Hunden im Kontakt und wohnt auch nicht auf einem Bauernhof oder in der Nähe.

Eine Wurmkur ist keine Vorsorge!
Als Hundebesitzer sollte man einfach wissen, dass die Wurmkur keine VORSORGE ist sondern eine NACHSORGE. D. h. die Wurmkur hilft nur, wenn genau zu diesem  Zeitpunkt ein Wurmbefall vorliegt. Und wie gesagt, genau das steht auch in der Packungsbeilage.

Wir entwurmen nicht pauschal, da ich das Risiko als überschaubar einstufe und regelmäßig untersuchen lasse. Bliss hat demnach eine super Darmflora und muss nicht alle 3 Monate eine Chemiebombe wortwörtlich verdauen und die Gifte im Körper abbauen. Dies ist übrigens der beste Schutz vor Parasiten 🙂 Eine gute Darmflora ist nämlich nicht nur für Würmer uninteressanter sondern auch für Zecken etc… ABER, sollte ein Befall vorliegen, würde ich sofort eine Tablette BEIDEN Hunden geben. Da würde ich nicht auf die Kräutermischungen etc. setzen.

Mein Tipp: Lasst eure Hunde nicht alles vom Boden Fressen. Und bitte bedenkt auch, dass z. B. in Pferde Hinterlassenschaften Reste von Wurmkuren enthalten sein können! Die Stuhluntersuchungen sollten wirklich alle 3 Monate gewissenhaft gemacht werden. Würmer können nämlich im Schlimmsten Fall auch auf den Menschen übertragen werden! Und für den Hund ist es gesundheitsgefährdend.

Die Impfungen

Bei diesem Thema löst man immer schnell eine Welle aus. Ich sage euch heute nur wie wir es handhaben und zum Glück habe ich einen Tierarzt gefunden, der meiner Meinung ist.

Wir impfen beide Hunde nur mit der 3-Fach Grundimmunisierung. D. h. Staupe, Parvovirose und Hepatitis (SHP) (ausländischen Impfstoffen DHP) und das wars. Wir impfen nicht jährlich und kann ich auch wirklich nur davon abraten… Noch dazu impfen wir Tollwut.

Was bedeutet die Grundimmunisierung?

  • Das erste Mal wird der Welpe ab der 8. Lebenswoche geimpft
  • dann nochmal mit 12 Lebenswochen

Jetzt keinen Schock bekommen, dass der Hund so viel kurz nacheinander geimpft wird. Es macht auf jeden Fall Sinn. Mir wurde dies mal so erklärt, dass die Welpen von der Mutter die sogenannten „maternalen Antikörper“ über die Milch mitbekommen. Diese Antikörper schützen dann in den ersten Wochen vor Infektionen. Dieser Schutz lässt aber (nach vielen Forschungen) bis zur 16. Lebenswoche nach.

  • Um die Grundimmunisierung dann abzuschließen ist es wichtig, dass im Alter von 15 Monaten die letzte Impfung erfolgt!

Es ist wirklich wichtig diese Reihenfolge einzuhalten. Nur so ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass der Hund einen sehr langen, oder gar, lebenslangen Impfschutz hat. Den Impfschutz könnt ihr jederzeit über einen Titer bestimmen lassen.

Mein Tierarzt unterstützt diese Grundimmunisierung zu 100 %. Ich kann euch aber aus meiner Erfahrung nach sagen, dass es nicht einfach war, so einen Tierarzt in der Region zu finden… das mag unterschiedliche Gründe haben.

Nun gut, aber zusätzlich impfen wir noch wegen Tunieren, Auslandsaufenthalten und Begleithundprüfung die Tollwutimpfung. In Deutschland ist die Tollwut-Impfung keine Pflichtimpfung (dies nur zur Info).

  • Einmalige Impfung im Alter von mindestens 3 Monaten und bitte nicht mit 12 Wochen…
  • Die in den Leitlinien empfohlene zweite Impfung 3 bis 4 Wochen später und dann mit 15 Monaten eine.
    Leider wird darauf geachtet, dass das Tier alle 3 Jahre geimpft wird… Daher bitte immer darauf achten, wenn ihr ins Ausland mit eurem Hund fahrt, dass der Impfstoff noch aktuell ist im Impfpass.

Bliss hat also keine Impfungen mehr seit der Grundimmunisierung SHP erhalten. Tollwut steht dann nächstes Jahr an. Zudem werden wir in den nächsten 1 – 2 Jahren einen Titer bestimmen lassen. Dann werden wir ja sehen, wie der Impfstoff noch wirkt und ggf. dann nachimpfen, wenn dies nötig wäre.

Wir impfen verschiedene Impfstoffe nicht und das aus folgendem Grund:

  • Zwingerhusten. Die Impfung Pi gegen Zwingerhusten ist keine Pflichtimpfung. Diese gibt dem Hund auch keinen 100 Prozentigen Schutz an Zwingerhusten zu erkranken, sondern schwächt die Symptome nur etwas ab. Diese Imfpung macht m. E. nur Sinn und nur dann würde ich mir das überlegen, wenn der Hund extrem viel fremden Hundekontakt hat.Symptome könnten sein:
    Trockener Husten, laut bellender Klang (ähnlich wie der Keuchhusten bei  Menschen), klarer Nasenausfluss, evtl. auch tränende Augen, gereizte Schleimhäute im Kehlkopfbereich, bereits ein leichter Druck gegen die Luftröhre (z.B. durch Leine/Halsband) kann einen Hustenanfall auslösen.
    BITTE KEINE PANIK: Bliss hatte letztens auch diese Symptome, hatte aber eine einfache leichte Erkältung… Wir haben alles ohne Antibiotika wieder weg bekommen 🙂 Nichts desto trotz, solltet ihr sofort zum Tierarzt, wenn euer Hund diese Anzeichen aufzeigt und weiterhin beobachten. Wenn es nicht besser wird, dann auf jeden Fall genauer untersuchen lassen!
  • Leptospirose. Die Impfung L gegen Leptospirose ist auch keine Pflichtimpfung. Die Leptospirose wird durch den Harn von Wildnagern (Ratten und Mäusen) übertragen. Besonders stehende und warme Wasserflächen oder Pfützen können die Bakterien enthalten.
    ABER es gibt ungefähr 200 Untertypen der Bakterein Familie. Der aktuelle Impfstoff deckt immer noch nur 4 davon ab… Also kann man nicht erwarten, dass der Hund mit der Impfung geschützt ist vor den Bakterien. Man kann es höchstens als Risikominimierer sehen. Noch dazu gilt diese Impfung als sehr „bissig“. D. h. vor allem kleineren Rassen, wie Zwergpincher etc. wird wegen der Gefahr auf hohe Nebenwirkungen eher  davon abgeraten.

    Symtome einprägen, auch wenn der Hund geimpft ist!

    Fressunlust, Erbrechen und Fieber.
    Bei einem kleinsten Verdacht schnell zur Tierarztpraxis, idealerweise gleich mit einer Urinprobe. Warum? Im Gegensatz zu typischen Viruserkrankungen ist die Leptospirose eine bakterielle Infektion, welche eigentlich mit Antibiotika erfolgreich zu behandeln ist, was aber nur mit einer frühe Diagnose einhergeht. Es können leider sehr schnell irreparable Schäden entstehen.
  • (Quelle: https://www.wsava.org/ Die WSAVA rät dazu, speziell bei Zwergrassen nur dann zu impfen, wenn sicher ist, dass im lokalen Umfeld des Hundes mit dem Auftreten der Leptospirose zu rechnen ist.)
  • Mein Tipp: Ich lasse Bliss so gut es geht nicht in stille Gewässer oder gar aus Pfützen trinken. So halte ich für uns das Risiko so gering wie möglich.

Kurz um, eine jährliche Impfung ist irrsinnig und lässt mich nicht mehr wundern, warum so extrem viele Hunde an Krebs erleiden. Die Überimpfung ist einfach ultra schädlich!

Viele Grüße

Tine, Bliss und Vida

Hinweise am Schluss:
Ich möchte an dieser Stelle auch noch mal betonen, dass ich weder Tierarzt noch Fachmedizinier bin. Ich schreibe in diesem Artikel nur, wie wir das mit unseren Hunden individuell handhaben. Es ist keine Empfehlung, sondern nur ein Bericht über unser Vorgehen.

©DogSoulmate Christine Roth

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